Die 3 Spin-Arten beim Tischtennis – Alles Was Du Wissen Musst!

Hattest Du schon einmal diesen Moment, indem Du Dir nicht erklären konntest, weshalb gerade der Ball ins Aus oder ins Netz gesprungen ist? Du hattest doch Du eigentlich ein gutes Gefühl beim Schlag!? Der Grund dafür ist, dass Du nicht richtig auf den Spin Deines Gegenübers reagiert hast. Wie Du das machst und wie Du Deine Gegner selbst in diese Situation bringst, erkläre ich in diesem Post.

Spin, also die Rotation des Balles sorgt für eine stabile Flugbahn. Würde sich der Ball nicht drehen, würde er in einer inkonstanten Bahn “flattern”. Das kennst Du vielleicht vom Fußball. Beim Tischtennis ist das eher selten. Meist gibst Du dem Ball auch unbewusst einen gewissen Spin.

Zum 1-Mal-1 eines Tischtennisspielers gehört jedoch natürlich, die 3 verschiedenen Spin-Arten bewusst einzusetzen, sie zu beherrschen und sie in den richtigen Momenten einzusetzen, um den Gegner unter Druck zu setzen oder seine Schläge zu kontern. 


Welche Spin-Arten gibt es?

Wenn man es sich bildlich vorstellt, versteht man gut, weshalb man allgemein von 3 Spin-Arten spricht. Ein Ball kann sich nach vorn nach hinten und zur Seite drehen. Beim Tischtennis (und anderen Schlägersportarten) spricht man dabei von:

  • Topspin (Überschnitt) – Rotation nach Vorn
  • Backspin (Unterschnitt) – Rotation nach hinten
  • Sidespin (Seitenschnitt) – Rotation zu Seite

Doch genug Theorie, kommen wir zur Praxis. Also Wie schneidet man den Ball für diese Techniken korrekt an und wie reagiert man richtig auf Spin? Das erkläre ich DIr jetzt:


Wie Spielt man Topspin?

Der Topspin ist der wichtigste Angriffsschlag beim Tischtennis. Das Ziel ist, dem Ball eine Rotation nach vorne zu geben. Dafür neigt man den Schläger nach vorn (man spricht hier auch von der geschlossenen Schlägerhaltung) und zieht ihn von hinten unten nach vorne oben über den Ball.

Wie viel Spin Du dem ball dabei gibst hängt davon ab, wie sehr Du den Schläger neigst, wo Du den Ball triffst und wie schnell Du die Bewegung ausführst.


Welchen Effekt hat Topspin?

Durch die Rotation nach vorn, verkürzt sich die Flugbahn des Balles und er trifft früher und steiler auf die Platte. Nach dem Kontakt auf dem Tisch springt der Ball in einer flacheren Kurve auf. Noch dazu beschleunigt er dabei noch einmal. Das macht den Topspin zum perfekten Angriffsschlag.

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Blockt man einen Topspin mit neutraler Schlägerhaltung (also ohne Neigung), springt der Ball in hohem Bogen davon ab. Dadurch spielt der Gegner schnell einen zu weiten Ball oder liefert direkt wieder eine Vorlage für den nächsten Angriffsschlag.

Doch wie kontert man Topspin, wenn man selbst in der Verteidigung ist? Wie verhindert man, dass der Ball ins aus oder in hohem Bogen zurückspringt?


Wie Konterst Du Topspin?

Im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten, wie Du einen Topspin-Angriffsschlag konterst: 

  1. Stehst Du nah an der Platte, neigst Du wiederum den Schläger nach vorne (geschlossene Haltung), um dem hohen Abspringen entgegenzuwirken. Du könntest also selbst mit Topspin. 

    Je mehr Spin der zu blockende Ball hat, desto stärker musst Du den Schläger neigen. Es ist daher wichtig die Bewegung Deines Gegners richtig zu deuten.
  1. Um Angriffsschläge zu blocken geht man oft ein paar Schritte weg von der Platte. So hat man eine längere Reaktionszeit und kann den Ball kontrollierter retournieren. Dabei spielt man den Ball mit Unterschnitt in höherem Bogen.


Welche Vorteile hat Topspin?

Die Flugkurve von Topspin-Bällen bringt einige Vorteile mit sich. Der Ball springt zunächst etwas höher vom Schläger ab und fällt hinter dem Netz steiler nach unten.

  • Die Gefahr ins Netz zu spielen sinkt
  • Schnelle Bälle fliegen nicht so weit, da die Flugbahn verkürzt
  • Setzt den Gegner unter Druck


Wie Spielt man Backspin?

Backspin ist wichtig für kontrollierte Bälle und vor allem beim Aufschlag. Er entspricht genau der gegengesetzten Rotation des Topspins. Die Bewegung, um ihn zu generieren ist daher auch genau gegengesetzt. Um den Ball nach hinten anschneiden, musst Du also den Schläger nach hinten neigen (geöffnete Haltung). 

Den Schläger bewegst Du dabei von hinten oben nach vorne unten. Den Ball triffst Du dabei an der Unterseite. Daher kommt der Name Unterschnitt.


Welchen Effekt hat Backspin?

Durch die Rotation nach hinten sieht es manchmal so aus, als würde der ball etwas schweben. Wenn er aufkommt wird er durch den Backspin gebremst und fliegt nicht mehr so weit. Bei extremen Unterschnitt kann es sogar passieren, dass der Ball beim Kontakt auf der Platte die Richtung ändert.

Backspin macht einen Ball oft unberechenbar und wird deshalb sehr oft beim Aufschlag verwendet. Es ist daher extrem wichtig zu wissen, wie man den Spin richtig kontert, sonst kommt man gar nicht ins Spiel.

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Antwortet man einen Backspin-Ball mit neutraler Schlägerhaltung, passiert erneut das Gegenteil wie beim Topspin. Das heißt der Ball springt vom Schläger nach unten ab. Man spielt den Ball also eher ins Netz.


Wie Konterst Du Backspin?

Um entgegenzuwirken, dass der Ball zu kurz springt, musst Du ihm etwas Schwung nach oben mitgeben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: 

  1. Man schneidet den Ball erneut von unten an. Du konterst also erneut mit Unterschnitt
  2. Du spielst den Ball mit neutraler oder sogar leicht geschlossener Haltung zurück. Dabei musst Du allerdings eine leichte Schlagbewegung nach oben machen.


Welche Vorteile hat Backspin?

Backspin…

  • provoziert Fehler des Gegners
  • kontert die meisten Angaben 


Wie Spielt man Sidespin?

Seitschnitt sorgt für eine Rotation zu Seite. Dafür zieht man den Schläger entweder an der rechten oder linken seite des  Balles vorbei. Die Bewegung ähnelt jener beim Backspin, nur dass man den Schläger dabei zur Seite neigt.


Welchen Effekt hat Sidespin?

Schneidet man den Ball seitlich, fliegt der Ball entsprechend eine Kurve. Beim Schnitt auf der rechten Seite fliegt er nach links und andersherum. Diese zusätzliche Dimension, welche man einem Schlag dadurch verleiht, erschwert es zusätzlich, darauf die richtige Antwort zu finden.

Blockt man einen Sidespin-Ball mit einer neutralen Haltung, springt er analog zum Backspin in die gegengesetzte Richtung.


Wie konterst Du Sidespin?

Bei rechtem Sidespin springt der Ball vom Schläger weiter nach links ab. Um dem entgegenzuwirken, zielst Du Deinen nächsten Schlag etwas weiter nach rechts. Du könntest ebenfalls mit rechtem Sidespin kontern.

Bei linken Sidespin ist es genau entgegengesetzt. Das heißt Du spielst den Ball etwas weiter nach links oder antwortest mit linkem Sidespin.

Bist Du Dir nicht sicher, in welche Richtung sich der Ball dreht, solltest Du am besten in die Mitte zielen.


Wie erkennt man den Spin eines Balles?

In der Theorie klingt es recht simpel: als Konter wirkt man dem Effekt des jeweiligen Spins entgegen. Doch wie erkennt man während eines Ballwechsels in Sekundenbruchteilen in welche Richtung sich der Ball dreht?

Da der Spin mit der Geschwindigkeit zusammenhängt, mit welcher der Ball angeschnitten wird, ist es wichtig die Bewegung des Gegners genauso beobachten. Des Weiteren erkennt man die unterschiedlichen Schnitte daran, wie der Ball aufspringt. Hier muss man dann natürlich sehr schnell reagieren können.

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Das Lesen des Spins ist eine der anspruchsvollsten Fähigkeiten, die es zu meistern gilt. Mit der Zeit wird das Verständnis dafür immer besser und man passt den Schläger beinahe automatisch den Anforderungen an.


Dieser Trick hilft Dir den Spin besser zu verstehen

Um Spin intuitiv richtig anzuwenden, ist es wichtig die Effekt zu verinnerlichen. Ein Trick den ich dabei für mich entdeckt habe, ist das Playback-Spielen. So nennt man den Modus, wenn man eine Seite der Tischtennisplatte aufstellt (bei den meisten Platten ist das möglich).

Spielt man nun gegen die aufgestellte Hälfte mit Spin, kann man genau erkennen, welchen Effekt die jeweilige Schnitt-Art hat. Das hat mir geholfen schneller zu verstehen, wie ich meinen Schläger halten muss, um angeschnittene Bälle zurück zu spielen.


Welchen Einfluss hat der Belag auf den Spin?

Ein kurzes Wort noch zum Einfluss des Belags auf den Spin. Meine Erklärungen haben sich vor allem auf den meistgespielten invertierten, glatten Belag bezogen. Mit diesem lässt sich der Ball gut und in alle Richtungen anschneiden.

Es gibt aber auch andere Belagarten, bei welchen es sich anders verhält. Wenn die Noppen den Belags beispielsweise nach außen zeigen, lässt sich der Ball nicht mehr so gut anschneiden. Allerdings wirken auch die Effekte des gegnerischen Spins nicht mehr so stark. Je länger die Noppen sind, desto weniger Effekt hat der Spin.

Dann gibt es noch den Anti-Spin Belag. Dieser ähnelt dem glatten belag mit Noppen nach innen, nur dass dieser eine sehr rutschige Oberfläche hat, ganz ohne Grip, wie auf alten Tischtennisschlägern (Wie Du diese wieder klebrig machen kannst, erfährst Du hier).

Anti-Spin Belag neutralisiert damit den gegnerischen Spin. Selbst kann man dabei keinen wirklichen Spin erzeugen. Mit diesem Belag geht es darum den Ball kontrolliert und platziert zu spielen.


Jetzt hast Du den Dreh raus!

Ich hoffe ich konnte Dir gut erklären, wie Du bei Deinen Schlägen eigenen Spin generierst und wie Du auf gegnerischen Spin richtig antwortest. Wenn Du das meisterst, spielst Du schon auf einem sehr fortgeschrittenen Level.

Es braucht wirklich Zeit und Erfahrung bis Du den Dreh ganz raus hast. Wie immer ist das allerwichtigste dabei, dass Du Spaß hast!


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