Deshalb sind Tischtennisschläger Rot und Schwarz?

Manchmal ist es schon komisch wie man Dinge einfach als gegeben annimmt, ohne sie zu hinterfragen, weil es schon immer so war und man es nicht anders kennt. Seit ich zum ersten mal einen Tischtennisschläger in der Hand hatte, hatten die Beläge immer die selbe Farbe: eine Seite schwarz, die andere rot. Doch warum ist das eigentlich so?

Der Grund warum Schläger zwei unterschiedliche Farben haben ist, dass es verschiedene Beläge mit verschiedenen Eigenschaften gibt. So kann man mit manchen extremen Spin geben, wohingegen andere eher für kontrollierte Schläge ohne Spin geeignet sind. Die unterschiedlichen Farben der beiden Seiten eines Tischtennisschlägers dienen dazu, dass sich die Spieler besser auf die Schläge des anderen einstellen können, da sie so wissen welche Schlägerseite welche Eigenschaften hat. Warum man sich dabei genau auf schwarz und rot festgelegt hat, ist nicht ganz klar. Hauptsache ist, dass man die beiden Farben klar unterscheiden kann und sie auch einen deutlichen Kontrast zur Farbe des Balles hat.

Die Geschichte bis dann 1985 schließlich die aktuelle Regel eingeführt wurde, ist dabei sehr unterhaltsam. Solange es nicht anders festgelegt ist, nutzen die Spieler natürlich alle Freiheiten aus…

Wie kam es zur aktuellen Regel?

Ursprünglich gab es einfach keinen Grund für eine solche Regel. Es gab eine Sorte Gummi für den Belag und das war’s. Doch, wie es immer ist, wurden mit wachsender Beliebtheit auch neue Innovationen entwickelt. Auf einmal gab es Beläge für verschiedene Spielsituationen: Schnelle und langsame, welche für extrem viel und extrem wenig Spin, welche für Angriff und welche für Verteidigung usw..

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Die Regel blieb aber erstmal unverändert und so verwendeten die Spieler für beide Beläge die gleichen Farben. Die Spieler wussten natürlich selbst ganz genau, welche Seite welche Eigenschaften hat und konnten während des Spiels und sogar während der Ballwechsel ihren Schläger einfach in der Hand drehen und Ihre Gegner so zur Verzweiflung bringen.

Wenn man es wie ich nicht anders kennt, könnte man sich einmal vorstellen, wie es gewesen sein muss, gegen einen ausgefuchsten Gegner zu spielen, der mit zwei extrem unterschiedlichen Belägen gespielt hat – und beide Seiten waren schwarz. 

Einmal kommt die Vorhand mit extremen Topspin, beim nächsten Schlag kommt sie bei gleichem Schwung ganz ohne Spin. Ich für meinen Teil hätte damit extreme Probleme bzw. wohl keine Chance. Ich kann die Frustration der Leidtragenden sofort nachvollziehen. 

Schließlich wurde 1983 vom Tischtennisverband ITTF beschlossen, dem ein Ende zu setzen. Beide Seiten eines Schlägers sollten klar voneinander zu unterscheiden sein. 2 Jahre später wurde dann entschieden, dass nur noch rot und schwarz als Belags-Farben zulässig sind. 

Manch einer wird an dieser Stelle fragen: Und wie weiß man jetzt vor einem Spiel welche Eigenschaften die rote und welche die schwarze Schlägerseite hat? Vor einem Match haben beide Spieler das Recht den Schläger des Gegners zu inspizieren und sich mit den Belägen vertraut zu machen. Sofern der Schläger während des Spiels nicht kaputt geht, darf man ihn auch nicht mehr wechseln.

Welche unterschiedlichen Beläge gibt es?

Ja, Beläge können unterschiedliche Eigenschaften haben aber welche Beläge gibt es denn konkret und was macht diese aus? Allgemein gibt es 4 verschiedene Typen von Belägen. Innerhalb jedes Typs gibt es dann natürlich noch einmal Variationen in der Dicke und Härte. 

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Diese Arten gibt es: 

Glatter Belag:

Schläger mit glattem Belag
Schläger mit glattem Belag

Diesen Belag kennen wohl die meisten, denn er ist der gängigste und auch verbreitetste auf Hobbyschlägern und auch die Profis spielen mit ihm am häufigsten. Man nennt ihn auch invertiert, da hier die Noppen des Gummi-Belags nach innen zeigen und die glatte Seite nach außen. Insgesamt bietet dieser Belag wohl die meiste Variation im Spiel, weswegen er auch vom Großteil der Spieler verwendet wird. Mit dem glatten Gummi kann man nicht nur den meisten Spin generieren, sondern auch schnelle Angriffsbälle spielen. Dieser Belag ist deshalb für alle Spielstile geeignet.

Anti Top-Spin:

Dieser Belag ist ebenfalls invertiert und hat eine glatte Oberfläche. Allerdings generiert er selbst nicht viel Spin, sondern dient dazu den Top-Spin des Gegners zu neutralisieren. Zudem ist der Gummi eher langsam und bietet damit mehr Kontrolle. Der Belag ist daher ideal für defensive Spieler und das Abwehren von Angriffsschlägen.

Belag mit Noppen

Kurze Noppen:

Wenn man den Belag nicht invertiert, zeigen die Noppen nach außen. Je nach Dicke des Gummis gibt es entweder kurze oder lange Noppen. Ähnlich wie beim Anti Top-Spin sind kurze Noppen nicht dafür geeignet eigenen Spin zu spielen, sondern sie dienen vor allem der Kontrolle. Man kann mit ihnen aber auch schnelle Angriffsbälle spielen.

Lange Noppen:

Die langen Noppen sind perfekt um den Spin des Gegenübers zu kontern. Blockt man zum Beispiel mit diesem Belag einen Topspin, führt das zu einem Unterschnitt. Sie eignen sich daher ideal für die eigene Verteidigung. Da man damit allerdings selbst eher schlecht angreifen kann, findet man lange Noppen wenn, dann nur auf einer Seite des Schlägers.

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Wenn man sich mal die unterschiedlichen Belag-Typen vor Augen führt, kann man sehr gut nachvollziehen, warum die Schläger-Seiten Schwarz und Rot sein müssen. Es ist ja auch so schon anspruchsvoll genug auf die verschiedenen Eigenschaften zu reagieren, selbst wenn man weiß was auf einen zukommt. 

Welche Farbe für Vor- und Rückhand?

Vielen wird vielleicht aufgefallen sein, dass die meisten Spieler die Vorhand mit der roten und die Rückhand mit der schwarzen Seite spielen. Man könnte sich also Fragen: Gibt es auch eine Regel dazu? 

Die Antwort ist nein. Es hat sich einfach so eingebürgert, dass die schwarzen Beläge eher die sind, mit welchen man angreift und sie spielen sie die meisten auf der Vorhand. Man findet aber sowohl rote Beläge für viel Spin und Härte im Schlag, als auch schwarze für viel Kontrolle und Anti-Spin.

Wie ist ein Tischtennisschläger aufgebaut?

Der durchschnittliche Schläger besteht aus 3 Schichten:

  1. Das Schlägerholz
  2. Der Schwamm
  3. Der Belag
Erklärung der 3 Schichten eines Schlägers
Erklärung der 3 Schichten eines Schlägers

Es gibt auch Schläger-Varianten ohne Schwamm. Dann ist der Belag direkt auf dem Holz aufgeklebt. Das ist jedoch eher die Ausnahme. Zusammen mit dem Schwamm darf der Belag eine Dicke von 4 Millimetern nicht überschreiten.

Der Schwamm selbst darf dabei nicht dicker als 2,4 Millimeter sein. Zusätzlich zum gewählten Belag kann man auch durch die verschiedenen Optionen für den Schwamm die Schlägereigenschaften beeinflussen.


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